Dass Hündinnen ein paar Wochen nach einer Läufigkeit scheinschwanger werden, ist etwas ganz Normales, und von der Natur so vorgegeben. Um den Sinn darin zu verstehen, müssen wir einen Blick zurück auf die Vorfahren unserer Hunde werfen, die Wölfe.

Weibliche Wölfe werden nur einmal im Jahr läufig. Dies geschieht bei allen weiblichen Tieren ungefähr zum gleichen Zeitpunkt. In einem Wolfsrudel wird in der Regel nur die Leitwölfin vom Leitwolf gedeckt, und bekommt Welpen. Die Position der Leitwölfin im Rudel ist sehr wichtig, da die Leittiere die erfahrensten Jäger sind, und zu der Grundversorgung des Rudels mit beitragen. Damit die Leitwölfin sich schneller von der Geburt erholen kann, werden die Jungen, sobald sie die Wurfhöhle verlassen haben, von den weiblichen Rudelmitgliedern mit gesäugt, die aufgrund einer Scheinschwangerschaft einen Milcheinschuss haben.IMG_7327-3a.jpg

Doch wie ist das möglich, und wie entsteht eine Scheinschwangerschaft?

Die Ursache dafür ist bei den Wölfen die gleiche, wie bei unseren Hunden. Es kommt einige Wochen nach der Läufigkeit der Hündin zu einer ähnlichen hormonellen Veränderung im Körper, wie bei einer tragenden Hündin gegen Ende der Trächtigkeit. Durch diese hormonelle Veränderung schwillt das Gesäuge, also die Milchdrüsen der Hündin an, und es kann zu einer Milchproduktion kommen.

Weitere Veränderungen können sein:

  • Sammeln von Spielzeug als Welpenersatz
  • Erhöhtes Ruhebedürfnis
  • Vermehrte Anhänglichkeit
  • Reduzierter Appetit mit Gewichtsverlust
  • Phasenweise sehr großer Appetit
  • Nestbauverhalten
  • Unruhe und Winseln
  • Vermindert Spieltrieb
  • Mangelnde Aufmerksamkeit

Einer der größten Fehler ist es, die Hündin nun in ihrem Verhalten zu bestätigen, weil sie sich dann immer mehr in ihre Mutterrolle einbringen wird. Das Bauen eines Nestes und sammeln von Spielzeug mag süß aussehen. Eine Hündin die winselnd im Haus herumläuft scheint liebevolle Zuwendung nötig zu haben. Natürlich müssen wir auf das Verhalten der Hündin reagieren. Sammelt sie Spielzeug oder andere Gegenstände als Welpenersatz, dann müssen diese Sachen unerreichbar für die Hündin weggeräumt werden. Ist die Hündin unruhig, dann kann man versuchen die Hündin abzulenken und ihr die Möglichkeit bieten, ihre Energie abzubauen. Das kann durch eine adäquate körperliche Auslastung sein, aber manchmal reicht es aus, der Hündin etwas zu geben, woran sie längere Zeit kauen kann. Das Kauen beruhigt, und die Hündin kann darüber ihre Energie abbauen.

Trotz des eventuell großen Appetits der Hündin ist es sinnvoller, die gewohnte Futtermenge beizubehalten, damit es nicht zum Übergewicht kommt.

Am Gesäuge sollte bitte nicht gedrückt oder massiert werden, weil dadurch die Milchproduktion angeregt wird. Allerdings muss das Gesäuge regelmäßig kontrolliert werden, weil es zu Entzündungen kommen kann. Ist eine oder mehrere Zitzen gerötet, verhärtet oder vermehrt geschwollen, oder zeigt die Hündin andere Krankheitssymptomen, muss unbedingt ein Tierarzt zurate gezogen werden.

Bei den normalen Anzeichen und Veränderungen einer Scheinschwangerschaft kann ein Tierheilpraktiker die Hündin mit homöopathischen Mitteln unterstützen. Dies ist aber nicht zwingend notwendig, da die Scheinschwangerschaft ja etwas Natürliches ist. Manche Hündinnen leiden aber regelrecht unter den typischen Veränderungen der Scheinschwangerschaft, bzw. haben stark ausgeprägte Symptome. In dem Fall ist eine homöopathische Unterstützung schon sehr sinnvoll und kann der Hündin die Zeit erleichtern.

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Posted by:Kleine Hundeschnauzen

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