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Die wilden 5 Minuten von Welpen und Junghunden sind vielen Hundebesitzern bekannt. Überschüssige Energie bei jungen Hunden, die sich gerade am Abend entlädt, ist nichts Ungewöhnliches. Die Hunde spielen immer wilder, geraten dabei richtig in Rage, und sind unter Umständen gar nicht mehr ansprechbar. Dabei kann es sogar vorkommen, dass der junge Hund in diesem Zustand nach seinen Menschen schnappt, was aber nichts mit Dominanz oder Ähnlichem zu tun hat.

Für dieses Verhalten gibt es eine ganz einfache Erklärung. Ein Welpe der in sein neues zu Hause kommt, wird mit vielen neuen Reizen und Eindrücke überflutet. Die ganze Welt ist neu für den Welpen, alles muss erkundet werden, und ist eine riesige Herausforderung für den kleinen Hund. Das Gehirn läuft in dieser Zeit auf Hochtouren. Zum Ausgleich schläft der Welpe sehr viel in der ersten Zeit, im neuen zu Hause, um wieder Energie zu tanken, und um die gewonnenen Eindrücke zu verarbeiten.

Irgendwann kommt die Zeit, dass der junge Hund sich an sich an all das Neue gewöhnt hat. Die Menschen, deren Tagesablauf und sein zu Hause sind ihm vertraut geworden. Das Gehirn wird weniger gefordert, es wird praktisch unterfordert. Dadurch entsteht ein Überschuss an Energie, die der Hund über extrem wildes Spielen und Rennen entlädt.

Dieses Verhalten tritt meistens immer zur gleichen Tageszeit auf, vorwiegend am Abend. Damit es nicht zu einer unkontrollierten Energieentladung kommt, gilt es die Energie umzulenken. Dazu muss man ein Gespür dafür bekommen, wann es zu einem Energieüberschuss kommt, um vorher dem ganzen ein Ventil zu geben. Die Energie lässt sich leicht umlenken, indem man den jungen Hund, bevor es zu dieser Energieentladung kommt, mit unterschiedlichen kleinen Aufgaben beschäftigen. Such- und Denkspiele bieten sich dafür an, oder etwas woran der Hund knabbern kann. Wichtig ist ein abwechslungsreiches Alternativverhalten anzubieten, weil der Energieüberschuss aus einer Gewohnheit entstanden ist.

Grundsätzlich gilt, die Energie immer umzulenken, und nicht zu unterdrücken. Wird dem Hund die Möglichkeit genommen überschüssige Energie abzubauen, dann bleibt er unter Anspannung, und kommt somit nicht zur Ruhe. Der Hund kann hibbelig werden, oder andere Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, wie zum Beispiel andauerndes Pfoten lecken. Das bezieht sich nicht nur auf die wilden 5 Minuten eines jungen Hundes, sondern es lässt sich auf viele unerwünschte Verhaltensweisen übertragen. Es geht darum dem Hund ein Alternativverhalten aufzuzeigen, das in den Augen des Hundes lohnend ist, und ihm die Möglichkeit gibt die Energie abzubauen.

Da die Beschäftigung von Welpen und ausgewachsenen Hunden immer ein Balanceakt ist, möchte ich euch noch den Beitrag  – die Ruhephasen beim Hund –  von Beate Bittermann ans Herz legen.

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Posted by:Kleine Hundeschnauzen

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