IMG_7122.jpg

Die erste Phase Pubertät beginnt mit der Geschlechtsreife, die bei der Hündin meist durch die erste Läufigkeit erkennbar ist. Rüden fangen an das Bein zu heben, um zu markieren, und interessieren sich zunehmend mehr für Hündinnen. Der genaue Zeitpunkt des Beginns der Pubertät lässt sich jedoch nicht hervorsagen, weil manche Hunde frühreif sind und andere Hunde eher Spätentwickler. In der Regel setzt die Phase zwischen dem sechsten bis neunten Lebensmonat ein.

Mit Eintreten der Pubertät beginnt die Phase, in der die Geduld der Hundehalter teilweise auf eine harte Probe gestellt wird. Der gelehrige und unproblematische Welpe, der immer versucht hat sich in seine Familie mit einzubringen, beginnt  die Umwelt eigenständig zu erforschen. Er fängt an seinen eigenen Kopf zu entwickeln und durchzusetzen, zeigt sich in gewohnten Situationen wohlmöglich unsicher oder gar ängstlich.

Was im Körper des Hundes passiert

In den ersten Lebenswochen des Welpen beginnt das kleine Gehirn, mit jeder neuen Situation und jeder neuen Erfahrung, Verbindungen zwischen den einzelnen Nervenzellen zu bilden. Je mehr positive und negative Reize der Welpe in den ersten Wochen verarbeitet und kennenlernt, desto mehr Verbindungen (Synapsen) werden zwischen den Nervenzellen gebildet.

Während der Pubertät werden die Nervenverbindungen alle überprüft, unnütze Verbindungen werden gelöscht, neue Nervenzellen gebildet und wieder neu verbunden, um die Effizienz der Gehirnleistung zu erhöhen. Hierbei kommt es dann dazu, dass die rechte Gehirnhälfte teilweise gar nicht weiß, was die linke Gehirnhälfte gerade macht, und das Chaos im Kopf ist perfekt. Der junge Hund reagiert sensibler auf optische und akustische Reize, zeigt vielleicht plötzlich ein aggressives oder unsicheres Verhalten gegenüber ihm bekannter Dinge. Die Konzentrationsfähigkeit lässt nach, und der Hund ist unaufmerksamer.

Was dem pubertären Hund am meisten Hilft

UnbenanntwWir fangen noch einmal von vorne an, und das ist gar nicht so schlimm. Führung, Geduld, klare Grenzen und Souveränität sind jetzt vom Hundebesitzer gefragt. Es ist wie bei einem neuen Welpen, den wir uns ins Haus holen. Der Hund bekommt erneut gezeigt, was richtig ist, und wie wir uns das Zusammenleben vorstellen. Hierbei ist es wichtig die Geduld zu behalten, weil auch wenn der Hund es eigentlich wissen müsste, durch das Wirrwarr im Kopf ist es ihm gar nicht mehr möglich, wie gewohnt zu reagieren und zu handeln. Zeigt der junge Hund eine Unsicherheit, dann muss er wie ein Welpe wieder an die „unheimliche“ Situation herangeführt werden. Der Hund muss lernen, dass es immer noch richtig ist, sich weiterhin an seinem Menschen zu orientieren, und um das zu erreichen, muss der Mensch eventuell in der Erziehung  wieder ein paar Schritte zurück gehen. Die Misserfolge im Alltag werden so auf einem geringen Level gehalten, und das Zusammenleben wird nicht nur noch durch negative Erlebnisse bestimmt.

Lässt der Hund sich zum Beispiel nicht mehr so gut abrufen, wenn er ohne Leine läuft, dann lasse ich den Hund gar nicht mehr so weit voraus laufen, dass er seine eigenen Interessen nachgeht, sondern rufe ihn schon wieder zu mir in einem Abstand, bei dem mein Hund sehr zuverlässig zurück kommt. So erleben wir viele positive Momente zusammen, und es kommt weniger Frust auf.

Pubertät die Zweite

Zwischen den 16 und 24 Lebensmonat kommt es zu der zweiten Phase der Pubertät. Es ist die Phase, in der der Hund seelisch ausreift, und eventuell noch einmal seine Grenzen austestet, der Charakter und die Hormone stabilisieren sich. Territoriale Aggression, jagdliche Ambitionen  und andere uns Menschen unliebsamen Verhaltensweisen geben sich zu erkennen, die der Hund vorher spielerisch ausgeübt hat. Auch hier kann es hilfreich sein im Training ein paar Schritte zurück zu gehen, und dem Hund wieder mehr positive Momente zu geben, die ihm den richtigen Weg zeigen. So bleibt die Frustration auf einem geringen Pegel, der Hund kann durch die positiven Momente Sicherheit erfahren und lernen, wo sein Platz in der Familie ist.

Advertisements
Posted by:Kleine Hundeschnauzen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s