Als Läufigkeit oder Hitze wird umgangssprachlich der Sexualzyklus der Hündin bezeichnet. Die erste Läufigkeit entsteht bei einer Hündin zwischen dem 6. bis 10. Lebensmonat. Allerdings spielen hier einige Faktoren, wie Gesundheit, Wachstum, Ernährung, Haltungsbedingungen wie Rudel- oder Einzelhaltung eine Rolle, aber auch die Größe des Hundes. Kleinere Hunderassen werden in der Regel früher läufig als große Rassen, bei denen es bis zum Eintreten der ersten Läufigkeit manchmal erst im zweiten Lebensjahr kommt. Auch die Häufigkeit der Läufigkeit kann unterschiedlich sein, kleinere bis mittelgroße Hunde werden oft zweimal jährlich läufig, große Hunde dagegen nur einmal im Jahr.

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Was passiert in der Läufigkeit?

In der ersten Phase der Läufigkeit, die ca. 5 bis 9 Tage andauert, schwillt die Scheide der Hündin stark an, und es kommt zu einem leichten Ausfluss, der zunehmend blutig wird. Auch das Verhalten der Hündin zeigt Veränderungen, sie beginnt vermehrt zu markieren, ist nicht mehr so aufmerksam und folgsam, und leckt vermehrt an ihrer Scheide. Für Rüden riecht die Hündin schon in dieser Phase sehr interessant, aber in der Regel lässt die Hündin die Rüden noch nicht an sich heran, und unterbindet jegliche Paarungsversuche.

Nach dieser ersten Phase kann der blutige Ausfluss etwas zurückgehen und die Scheide schwillt ein wenig ab, ist aber immer noch deutlich vergrößert. Die Hündin wird zunehmend unruhig und anhänglich. Sie bieten sich anderen Hunden regelrecht zur Paarung an, und nimmt die Rute zur Seite, wenn ein Hund an ihrer Scheide schnuppert. Diese Zeit der Läufigkeit,  wird auch als Stehtage bezeichnet, und hält ungefähr 3 bis 9 Tage an.

Nach dieser Phase kommt es zu einem Anstieg des Sexualhormons Progesteron. Dieses Hormon bereitet die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor, dient aber auch dem Erhalt einer Schwangerschaft. Selbst wenn es zu keiner Befruchtung gekommen ist, liegt der Progesteronspiegel bei einer nicht trächtigen Hündin ungefähr die nächsten 9 Wochen lang genauso hoch, wie bei einer tragenden Hündin. Das führt dazu, dass die Hündin, auch wenn sie nicht schwanger ist, trotzdem einige Wochen nach der Läufigkeit, Symptome einer Schwangerschaft mehr oder weniger ausgeprägt zeigen kann, es kommt zu einer sogenannten Scheinschwangerschaft. Nach diesen 9 Wochen baut sich der Progesteronspiegel langsam ab und das Hormon Prolaktin steigt gleichzeitig, an welches zum Anschwellen des Gesäuges führt, und eine Milchbildung begünstigen kann. Ist der Progesteronspiegel wieder auf einen normalen Zustand abgebaut, sinkt auch der Prolaktinwert wieder ab, und die Scheinschwangerschaft, mit all ihren Begleiterscheinungen, bildet sich zurück.

Worauf es zu achten gilt

  • Die Hündin sollte während der Läufigkeit so viel wie nötig an der Leine bleiben. Durch den Instinkt sich paaren zu wollen, kann es passieren, dass auch die gehorsamste Hündin wegläuft, um zu einem Rüden zu gelangen. Ebenso besteht die Gefahr, dass die Hündin versucht vom Grundstück abzuhauen.
  • Vorsicht vor Gebärmutterentzündung. Gerade am Anfang der Läufigkeit ist der Muttermund recht weit geöffnet, Keime können leichter in die Gebärmutter eindringen, und dort eine Entzündung verursachen. Deshalb ist es wichtig, den Ausfluss während der Läufigkeit, und auch noch ein paar Wochen danach im Auge zu behalten. Ist der Ausfluss eitrig oder übelriechend, kann das ein Hinweis auf eine Gebärmutterentzündung sein.
  • Wenn möglich, Spaziergänge an beliebten Hundeplätzen vermeiden. Oft sind Hündinnen einigermaßen mit sich im Reinen, solange sie keine Rüden vor den Augen oder in der Nase haben. Ein Kontakt zu Rüden kann die Hündin nur unnötig stressen, und ihren Paarungsinstinkt weiter anfeuern.

Eine Läufigkeit und die Hormonveränderungen können schon eine Belastung für den Hundekörper sein. Manche Hündinnen bekommen während der Läufigkeit immer wieder Durchfall, oder auch das Fell kann ca. 2-3 Monate nach der Läufigkeit etwas dünner werden, weil die Hündin abhaart. Meine Kessie konnte ich bisher immer wenn nötig, gut mit homöopathischen Mitteln unterstützen. Auch wenn es schon mal eine Belastung für den Körper ist, so sehe ich dennoch, dass die Läufigkeit etwas natürliches ist. Die Hormone haben so viel Einfluss auf den gesamten Körper, nicht nur auf die Läufigkeit, und deshalb käme zum Beispiel das Weg-Spritzen der Läufigkeit oder eine Kastration nicht in Frage, solange kein wirklicher medizinischer Grund vorliegt.

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Posted by:Kleine Hundeschnauzen

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