Ich weiß gar nicht genau, wann wir das erste Mal dieses Gefühl hatten. Es war auf jeden Fall lange bevor Grisu bei mir einzog, da gab es das Gefühl zwischen uns, dass wir zwei irgendwie zusammen gehören. Nur lebten wir zu der Zeit 30 km, später sogar 60 km voneinander entfernt. Es klingt fast wie der Beginn eines Liebesromans, das ist es aber nicht, sondern die nicht so ganz gewöhnliche Geschichte von Grisu und mir, und wie er  überhaupt zu mir kam. 12249649_467419316778861_8183804273141528900_n.jpg

23 Jahre war ich gerade alt geworden, und lebte schon 5 Jahre in meiner eigenen Wohnung, da zog der kleine Welpe Grisu bei meinen Eltern ein. Natürlich war ich von dem kleinen Wuschel sofort begeistert, und erfreute mich bei meinen wöchentlichen Besuchen mit daran, ihn aufwachsen zu sehen. Bei meinen Eltern hatte Grisu ein schönes Hundeleben. Er lebte dort in einem großen Haus mit Garten, meine Eltern durfte er oft begleiten, weil er überall sehr beliebt war, und alleine bleiben musste er nur ganz selten. Sind meine Eltern mit dem Verein über ein verlängertes Wochenende verreist, dann habe ich in der Zeit den Grisu bei mir aufgenommen.

Die Zeit, die Grisu bei mir zu Besuch war haben wir zwei immer sehr genossen, und so kam es, dass ich von da ab zweimal im Jahr extra Urlaub für den Grisu genommen habe, um ihn dann zu mir holen zu können. Für den Grisu war das immer eine ganz besonderes Erlebnis. Sobald meine Mutter ihm seine Tasche mit Futternapf, Bürste, Spielzeug und Leine packte, war Grisu schon voller Vorfreude. Kam ich dann um ihn abzuholen, war er immer auf Habachtstellung, damit ich ihn auch ja nicht vergaß mitzunehmen, wenn ich wieder nach Hause fuhr.

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Juli 2009 – Ein Ausflug an die Biggetalsperre

So vergingen die Jahre, und mein ungezwungenes Leben begann sich langsam zu regeln. Ich kam mit dem Mann zusammen, den ich später auch geheiratet habe, wir bauten ein gemeinsames Haus mit Garten, alles wurde irgendwie bodenständiger.

Es war der Oktober im Jahr 2011 – ich habe Grisu nach einem zweiwöchigen Besuch wieder zu meinen Eltern gefahren, und in den darauffolgenden Tagen machte sich eine Leere in unserem Haus breit, die meinen Mann und mich zu dem Entschluss brachte, dass ein Hund bei uns einziehen sollte. Mein Herz hing allerdings schon an einem ganz besonderen Hund, und so überredete ich meinen Mann dazu, dass ich meine Eltern fragen würde, ob sie mir den Grisu überlassen. Natürlich wollten meine Eltern damals ein bisschen Bedenkzeit, und in Ruhe darüber sprechen. Dann war der Entschluss jedoch gefasst, Grisu durfte bei uns einziehen, allerdings wollten meine Eltern, dass Grisu noch einen Monat bei ihnen blieb.

Auch diese Zeit sollte noch einmal etwas ganz Besonderes sein, und natürlich hatte ich gewiss irgendetwas ausgestrahlt, dass Grisu spüren musste. In diesem Monat besuchte ich weiterhin einmal wöchentlich meine Eltern, aber von dem Moment an, wo feststand, dass Grisu mein Hund werden sollte, da saß Grisu bei meinen Besuchen oft an der Haustür, und hatte vehement versucht mit mir nach Hause zu kommen, was er früher nur getan hat, wenn seine Urlaubstasche gepackt war. IMG_4283.jpg

Vorfreude ist natürlich eine sehr schöne Freude, und ich war vollauf damit beschäftigt, alles für Grisus Einzug vorzubereiten. Einen Platz hatte ich mit viel Liebe für ihn im Haus zurechtgemacht, und eine Betreuung musste gefunden werden, zu der Grisu ging, wenn sich meine Arbeitszeiten mit denen von meinem Mann überschnitten. So war schon bald der Tag gekommen, an dem  Grisu vor seinen gepackten Taschen stand, und ich ihn endlich nach 5 1/2 Jahren für immer zu uns holen durfte.

Sechs Jahre ist dieser Tag nun schon fast her, und egal wie viele Jahre vergehen, diese Geschichte bleibt. Ich werde mich an all die Jahre vor und nach Grisus Einzug, immer gerne zurückerinnern, und ich hoffe, dass ich noch viele weitere Jahre mit Grisu an meiner Seite auf all die schöne Zeit zurückblicken kann.

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Posted by:Kleine Hundeschnauzen

4 replies on “Ein Leben auf Umwegen – Wie Grisu zu uns kam

  1. Kerstin, das ist ja eine tolle emotionale Geschichte! Auch von deinen Eltern… Chapeau… Aber sie haben sicherlich auch erkannt, was du für Grisu bist!!!!!
    Ich wünsche euch noch ganz ganz viele gesunde und schöne Jahre …. Und uns noch viele tolle Bilder von Euch!!!!

    Gefällt 1 Person

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