Leine, Leckerchen & Co.

„Grüner Hund“ Buchempfehlung“ (Werbung)

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Ganz zufällig bin ich im Internet auf das Buch “Grüner Hund, Handbuch für ein nachhaltiges Hundeleben” gestoßen. Mit nur mäßigem Interesse habe ich nachgelesen, worum es überhaupt in dem Buch geht, aber als ich las, dass die Autorin Kinga Rybinska in einem Jahr 7000km in Deutschland, Österreich und der Schweiz für ihre Recherchen zurückgelegt hat, um mit den verschiedensten mehr oder weniger bekannten Menschen ihre Gedanken auszutauschen, war mein Interesse geweckt, und ein Tag später hielt ich das Buch in meinen Händen.

Was ein nachhaltiges Leben für mich bedeutet?

Nachhaltigkeit war für mich immer ein sehr unbequemes Wort, etwas das ich nie zu 100% erreichen kann, ein nachhaltiges Leben ist teuer und extrem aufwendig. Warum also groß meine Energie in etwas hineinstecken, dass ich eh nicht richtig umsetzen werde? Ich habe mir auch nicht das Buch gekauft, damit sich in meinem Lebenswandel etwas zwanghaft verändert, vielmehr hat diese Sammlung von Standpunkten der vielen verschiedenen Menschen mich interessiert.

Das Buch:

Ein Sachbuch beginnt in der Regel immer mit einem Vorwort des Autors, und oft entscheidet sich bei mir an dieser Stelle, ob ich das Buch in zwei Monaten lese oder in zwei Tagen. So schreibt Kinga Rybinska auf einer der ersten Seite in ihrem Buch “Mit der Zeit überkam mich aber leider Zweifel, ob ich mit meiner Linie nicht doch ins Missionieren verfalle. Ja, ich wollte anstecken, mitreißen, begeistern. Eine Lawine lostreten. Aber Besserwisserin wollte ich nicht sein. ” Das war der Moment, in dem mein Wissensdurst geweckt wurde, und innerhalb von einem Tag hatte ich das Buch durchgelesen.

Es ist kein Ratgeber, der sagt was richtig oder falsch ist, dafür sind zu viele unterschiedliche Ansichten in dem Buch vertreten. Vielmehr habe ich beim Lesen richtig zu spüren bekommen, dass Kinga Rybinska mit ihrem Buch viele mögliche Wege aufzeigen, und zum Nachdenken anregen möchte.

Die Reise durch dieses Buch fängt bei den Nutztieren an, und zeigt, wie das schwache Tierschutzgesetz den Tierschutz sogar ausbremst. Welche alternativen Möglichkeiten gibt es neben der klassischen Schulmedizin, und womit werden angehende Tierärzte in ihrem Studium konfrontiert? Die verschiedenen Standpunkte zeigen auf, dass eine Alternative in der Medizin kein Zauberstab sein muss, mit dem über einem Hund gewedelt wird. Auf welche Inhaltsstoffe ist bei Pflegemitteln für den Hund zu achten? Erlaubt ist viel, aber wenig davon ist gut.

Weil das Buch trotz der vielen interessanten Informationen sehr verständlich geschrieben ist, und sich nicht in irgendwelchen weiten Ausschweifungen in den einzelnen Themen verliert, lässt es sich sehr leicht lesen, und so entstand auch kein Chaos an Informationen in meinem Kopf.

In den verschiedenen Themenbereichen werden immer wieder kleinere und größere Unternehmen vorgestellt, die uns ein nachhaltiges Leben mit unseren Hunden ermöglichen. Das empfand ich an manchen Stellen ein wenig überladen, aber diese Fülle erklärt sich dadurch, dass wir alle unterschiedliche Vorlieben für unsere Hunde haben, und so kann jeder etwas Neues für sich entdeckt, und auch ich habe mir ein paar Adressen und Infos daraus notiert.

Und nach dem Buch?

Hat sich jetzt etwas bei mir im Bezug auf meine Hunde geändert? Nein, weil beim Lesen des Buches ist mir erst einmal bewusst geworden, wieviel Nachhaltigkeit schon bei uns im Hundealltag existiert. Grisu und Kessie werden gebarft, ich kaufe vorwiegend regionales Fleisch, und soweit wie möglich nutze ich die alternative Medizin. Viele Gebrausgegenstände wie z.B. der Leckerchenbeutel entstehen aus meiner alten Kleidung, bei Pflegeprodukten achte ich auf die Inhaltsstoffe, und genau das sind Bestandteile eines nachhaltigen Lebens, nur war mir das gar nicht so bewusst.

Aber auch wenn das Buch in meinem Hundealltag nichts geändert hat, so hat es doch sehr viel in mir bewegt, und Wege aufgezeigt, wie ich noch umweltbewusster Leben kann, ohne dass es mich in meinem Leben beeinträchtigt. Zum Beispiel muss ich mir bald wieder ein paar neue Wanderschuhe kaufen, aber hierbei verzichte ich zum ersten Mal auf Lederschuhe, für die extra Tiere unter sehr schlechten Bedingungen gehalten werden, worüber ich mir vorher nie Gedanken gemacht habe, und schon lange kaufe ich bewusst regionales Fleisch, aber ich verzichte jetzt zwei bis dreimal in der Woche ganz auf eine Fleischmahlzeit. Ein Vegetarier werde ich nie, und es sind nur ein paar Kleinigkeiten, die ich schon geändert habe oder noch ändern werde, aber eins habe ich gelernt, Nachhaltigkeit ist nicht schwer und muss eben auch nicht perfekt sein.

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